Das Wasser |
| Bei der Haltung von Krebsen und Garnelen gibt es einige Dinge beim Wasser die zu beachten sind, auf die ich an dieser Stelle hinweisen möchte, damit Sie auch wirklich Freude an Ihren Tieren haben.
Wasser ist, wie beim Menschen, das Elixier des Lebens für unsere Wirbellosen, deshalb sollte darauf sehr viel Wert gelegt werden. Kupfer: Kupfer im Leitungswasser ist für Wirbellose tötlich. Besonders in Neubauwohnungen oder im sanierten Altbau werden Kupferleitungen als Wasserleitungen verwendet, die gern, insbesondere beim Warmwasser, Kupfer-Ionen an das Wasser abgeben. Um die Gefahr zu bannen, werden oft eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, die man aber kritisch betrachten sollte. So z. B. das Verwenden von Schwermetalle bindenden Wasseraufbereitern. Wo bleibt aber das Kupfer, denn raus aus dem Becken ist es nicht. Es wird nur gebunden und lagert sich irgendwo im Filter oder im Bodengrund ab. Wer garantiert aber, dass es von dort nicht doch irgendwann wieder ins freie Wasser gelangt ? Die chemischen Reaktionen im Becken lassen sich von einem Laien kaum nachvollziehen. Andere wiederum empfehlen, zum Wasserwechsel nur kaltes Wasser zu verwenden, weil darin kein Kupfer sein soll. Wer aber kann das garantieren ? Womit wird das gemessen ? Die handelsüblichen Messreagenzien für Aquarien können für Wirbellose bereits tötliche Kupfermengen nicht messen, sie zeigen also Null an. Für Fische mag das reichen, nicht aber für Wirbellose. Um wirklich sicher zu gehen können wir daher nur die Verwendung eines Reiser- oder Carbonit-Leitungswasserfilters empfehlen. Verwenden Sie auch bitte in Ihren Becken keine Mittel zur Schneckenbekämpfung, denn diese enthalten sehr viel Kupfer und würden Ihre Tiere in wenigen Minuten töten. Vorsicht ist auch geboten bei der Verwendung von Pflanzendüngern, die Kupfer enthalten. Verwenden Sie niemals Dünger, auf denen keine Inhaltsangaben stehen. Kupfer-II-Sulfat, was in manchen Düngern enthalten ist, soll ungefährlich für Wirbellose sein. Pflanzen, die Sie im Handel erworben haben, sind oft mit Pflanzenschutzmitteln oder Schneckenmitteln in Berührung gekommen und dürfen daher nicht unmittelbar ins Aquarium gepflanzt werden. Wässern sie solche Pflanzen erst einige Tage und spülen Sie sie öfter unter fließendem Wasser ab, bevor Sie sie in das Aquarium pflanzen. Am sichersten gehen Sie, wenn Sie Pflanzen aus bestehenden Becken verwenden oder von Züchtern direkt aus Wirbellosen-Becken kaufen. Einige Gedanken zu Problemen Oft hört oder liest man von Problemen bei der Haltung und besonders der Nachzucht von Garnelen oder Krebsen. So wird z. B. den Orangen Zwergkrebsen (Cambarellus patzcuarensis) nachgesagt, dass sie häufig sterben, sich wenig bis nicht vermehren oder übermäßig kannibalisch wären. All diese Aussagen können wir nicht bestätigen. Zwar hatten wir anfänglich auch diese Probleme, haben sie aber relativ schnell überwunden. Die Lösung war einfach ein Kalkstein im Becken, nach dessen Hineinlegen alle genannten Probleme verschwunden waren. Unsere Theorie: die Tiere leben im Lago de Patzcuaro bei einem pH-Wert bis 9. Unsere Leitungswässer kommen oft mit einem pH-Wert zwischen 7 und 8 aus der Leitung. Dies hat zur Folge, dass besonders bei Wasser sparenden Aquarianern, dieser schnell unter 7 rutscht. Nach dem nächsten Wasserwechsel springt er wieder hoch. Diesen regelmäßigen Sprung über den Neutralpunkt scheinen die Tiere auf Dauer nicht zu vertragen. Der Kalkstein aber hält die Karbonathärte (KH) stabil und somit den pH-Wert konstant über 7, auch bei selteneren Wasserwechseln. Unter diesen Bedingungen richtet auch ein richtig großer Wasserwechsel keinen Schaden an, wie es bei schwankendem pH der Fall sein könnte. Wir haben diese Kalksteine aber nicht nur in den Zwergkrebsbecken, sondern in allen Wirbellosen-Becken. Auch von Problemen bei Garnelen hört man oft. Es wird erzählt oder in den Foren geschrieben, dass besonders die Jungtiere oft sterben und eine gute Nachzucht nicht erreicht wird. Einer der Gründe scheint derselbe zu sein, wie wir ihn oben zu den Zwergkrebsen beschrieben haben. In den einschlägigen Internetforen werden auf derartige Fragen dann die Wasserwerte bemüht, was ja grundsätzlich nicht falsch ist, aber die Antworten tendieren eher von dem oben Beschriebenen weg. Insbesondere durch die Aussagen einiger Züchter angeregt, dass sich besonders die Red-Bee-Garnelen nur in weicherem und leicht saurem Wasser erfolgreich nachzüchten lassen, werden dann Osmoseanlagen, Härte bindende Bodengründe und japanische Mineralsteine bemüht, natürlich alles zu einem entsprechenden Preis, ob dies aber alles sinnvoll ist, wagen wir zu bezweifeln. Verlässliche Angaben zu Wasserwerten der Heimatgewässer der Garnelen findet man im Internet oder der Literatur kaum. Zu den Bienengarnelen haben wir lediglich die Aussage gefunden, dass sie aus Hongkong stammen und dort in Gewässern mit niedrigem Leitwert leben. Aber was ist ein niedriger Leitwert? Ein Leitwert von 400 µs/cm ist im Vergleich zum Wasser des Rio Negro sehr hoch, im Vergleich zum Wasser der Nordsee aber sehr niedrig. Außerdem fragen wir uns, warum sich bei den Garnelen zwei Vermehrungstypen entwickelt haben. Die einen, der einfache Vermehrungstyp, entlassen winzige Larven ins Süßwasser, diese wandern dann ins Meerwasser, wo sie zu vollständigen kleinen Garnelen heranwachsen, die dann wiederum ins Süßwasser zurück wandern. Die Anzahl der Larven ist hierbei sehr groß. Die anderen, der spezialisierte Vermehrungstyp, tragen die Larven bei sich, bis sich vollständige kleine Garnelen entwickelt haben, die dann ins Süßwasser entlassen werden und dort aufwachsen. Die Anzahl der Jungtiere ist entsprechend kleiner. Hängt es möglicherweise damit zusammen, dass die erst genannten Garnelen in mineralärmeren Gewässern leben und die Jungtiere nur in mineralreichem Wasser zur vollständigen Entwicklung kommen, die letztgenannten dies aber schon in ihrem Heimatgewässer so vorfinden? wir können diese Frage nicht beantworten, können uns aber vorstellen, dass dies so ist. Wenn dem so ist, wäre weiches Wasser für die Zwerggarnelen des spezialisierten Vermehrungstyps nicht zuträglich. Die in Japan für die Garnelenzucht angebotenen Mineralsteine scheinen dies auch zu bestätigen. Eine sichere Antwort wird es aber erst geben, wenn vollständige Angaben über die Werte der Heimatgewässer vorliegen und verglichen werden können. |
|
Rote Tigergarnele
Blaue Tigergarnele Schwarze Tigergarnele Orange-Eye-Tigergarnele Gelbe Zwerggarnele White-Pearl-Garnele Crystal-Red Zebrakrebs |
|
|
