Rote Tigergarnele
Blaue Tigergarnele
Schwarze Tigergarnele
Orange-Eye-Tigergarnele
Gelbe Zwerggarnele
White-Pearl-Garnele
Crystal-Red
Zebrakrebs

Das Futter

Wirbellose Tiere zu ernähren ist nicht besonders schwierig, da sie fast alles fressen, was ihnen vor die Scheren kommt. Das sollte Sie aber nicht verleiten, allzu sorglos mit diesem Thema umzugehen. Wie bei den Fischen ist auch bei den Wirbellosen eine artgerechte und abwechselungsreiche Ernährung für die Gesunderhaltung der Tiere wichtig. Außerdem bestehen oftmals Unterschiede in der Ernährung von Jungtieren und adulten Tieren.

Oftmals liest man im Internet, dass man Wirbellose bequem mit Flockenfutter und anderem Fischfutter ernähren kann. Das ist zwar insoweit richtig, dass es bequem ist, aber ob es auch immer gut ist?

Der Handel bietet eine Reihe von extra für die Fütterung von Wirbellosen hergestellten Futtersorten an, als Beispiel möchte ich hier nennen: JBL NovoCrab, JBL NovoPrawn, Tropical Shrimp-Sticks, Tropical Wafers, SAK Caridina usw. Diese Sorten haben wir erprobt und können sie reinen Gewissens empfehlen. Außerdem wird häufig pflanzliches Nagerfutter empfohlen, insbesondere Futter für Chinchillas. Hier sollte man aber ein wenig Vorsicht walten lassen, denn wir haben eine Menge dieser Futtersorten im Handel gefunden, die Kupfer enthalten. Kupfer ist aber in einer bestimmten Konzentration für wirbellose Tiere tötlich. Es gibt zwar eine Reihe von Berichten von Haltern und Züchtern, die dieses Futter als ungefährlich einstufen, wir selbst haben aber keinerlei Versuche in dieser Richtung gemacht. Ohne Kupfer gefunden und erprobt haben wir lediglich die Gemüse-Rauten der Firma JR Farm (www.jr-farm.de).

Sehr gut geeignet für Wirbellose ist Gemüse, dass man in kleinen Stückchen und überbrüht anbieten kann, z.B. Möhren, Zucchini, süßen Paprika, Spinat, Mangold, Hokaido-Kürbis und Salat.

Garnelen fressen mit großer Vorliebe Nudeln, die man ungekocht in kleiner Menge ins Becken geben kann. Nach einigen Stunden müssen diese aber wieder entfernt werden, da sie sonst das Wasser sehr belasten.

Ein ideales Futter stellt nach unserer Erfahrung Laub dar. Dieses Laub muss aber unbedingt Herbstlaub sein, dass von selbst herunter gefallen ist. Gepflücktes und getrocknetes Laub sollte nicht verwendet werden. Wenn Sie also in Ihrer Nähe einen Park oder Wald haben, an dem nicht gerade eine große Straße vorbei führt, dann machen Sie mit Ihrer Familie einen Spaziergang und sammeln Laub, aber bedenken Sie, dass es soviel sein muss, dass es ein Jahr lang reicht. Wir haben in unserem Keller mehrere Säcke voll stehen. Gut getrocknet und in einem kühlen und trocknen Keller gelagert dürfte das Laub so das Jahr überstehen. Bevor wir das Laub ins Becken geben, überbrühen wir es mit kochendem Wasser und lassen es für einige Minuten darin liegen. Wir haben uns auf 4 Laubsorten festgelegt, und zwar auf Ahornlaub, Eichenlaub, Buchenlaub und Hasellaub. Nach unseren Erfahrungen wird das Hasellaub am liebsten gefressen. Es hat auch den Vorteil, dass es nach dem Überbrühen sofort absinkt und somit direkt an die richtigen Stellen im Becken gelegt werden kann. Das Eichen- und Buchenlaub schwimmt noch einige Stunden und sinkt dann meist dorthin, wo man es nicht haben will. Buchenlaub sieht dafür aber sehr attraktiv aus und unsere Garnelen fressen es, bis nur noch das Blattgerippe liegen bleibt. Das Eichenlaub hat den Vorteil, dass es wohl Säuren an das Wasser abgeben soll, die besonders den Jungtieren der Cherax-Arten bei der Panzerbildung behilflich sein soll, da wir aber mit Chemie nicht allzuviel am Hut haben, überlassen wir es Ihnen, sich Informationen hierzu aus anderen Quellen zu holen.

Bestimmte Krebsarten fressen auch gern mal tierisches Futter. Ein kleines Stückchen roher Fisch ist dafür gut geeignet, insbesondere für Jungtiere, die dann in wesentlich höherer Geschwindigkeit wachsen. Es kann auch mal passieren, dass die Krebse einen Artgenossen fressen, der bei der Häutung nicht schnell genug aus seinem alten Panzer kommt. Zwergkrebse der Gattung Cambarellus sollten als adulte Tiere nur sehr wenig tierisches Eiweiß zu sich nehmen, da dies die Häutung auslösen kann. Bei zu häufiger Häutung führt das häufig zum Tod der Tiere. Bei Jungtieren, die sich häufig häuten, kann man öfter tierische Nahrung füttern.

Besonders junge Garnelen fressen mit großer Vorliebe Detritus und Mulm. Wenn sie also den Filter eines Fischaquariums reinigen, können sie einen Teil des darin enthaltenen Mulms in ihr Garnelenbecken geben.

Einige Gedanken zu Problemen

Oft hört man von Problemen wie z.B.die Garnelen vermehren sich nicht oder die Jungtiere sterben. Wenn wir uns die entsprechenden Becken dann auf Fotos oder in der Realität ansehen, dann sehen wir fast ausnahmslos top „gepflegte“ Becken, richtig schön sauber und mit einer Menge Pflanzen. Schaut man sich aber die wenigen Fotos aus den Heimatbiotopen an, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Garnelen leben meist in fließenden Gewässern mit steinigem Untergrund und Algenaufwuchs und keinerlei höheren Pflanzen. Lediglich Laub oder Totholz ist zu finden. Dies soll nun aber nicht heißen, dass man keine Pflanzen in seine Garnelenbecken setzen sollte, denn ein Garnelenbecken im Wohnraum soll auch schön aussehen und die Tiere können sich von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren. Das Hauptproblem sehen wir aber darin, dass die Becken zu sauber sind. Schaut man sich die Anatomie einer Garnele an und beobachtet ihr Verhalten, dann sieht man, dass sie eigentlich permanent am Fressen sind, was bei einem schnurgeraden, knapp 3 cm langen Darm auch erforderlich scheint. Im Gegensatz zum mehrfach gewundenen Darm der Wirbeltiere kann ein Garnelendarm vermutlich nicht sehr viele Nährstoffe aus der Nahrung resorbieren, was eine permanente Nahrungszufuhr erforderlich macht. In sauberen Becken bekommen die Tiere aber oft nur ein- bis zweimal am Tag Futter, was heißen könnte, dass besonders die Jungtiere nicht an angeblich falschen Wasserwerten sterben, sondern schlicht verhungern. In unseren Becken liegt immer eine bestimmte Menge Laub, dass so lange in den Becken verbleibt, bis es vollständig verwertet ist, außerdem kommt regelmäßig eine größere Menge Filtermulm aus Fischaquarien in die Garnelenbecken, auf den sich die Garnelen förmlich stürzen. Auch Gemüse verbleibt bis zur vollständigen Verwertung im Becken, was oft nur 2 – 3 Tage dauert. Algen verbleiben grundsätzlich an den Scheiben, außer der Frontscheibe und absterbende Pflanzenblätter werden ebenfalls nicht entfernt. So haben wir kaum Verluste bei den Jungtieren. Außerdem bekommen insbesondere die Junggarnelen auch mal einen toten kleinen Fisch zu fressen, der meist auch nach 2 – 3 Tagen vollständig verwertet ist. So können die Garnelen den ganzen Tag über fressen.